Franz Part
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"Das Arbeiten in Serie ist eine Konstante in Franz Parts künstlerischem Gestalten: Das Zyklische, um zu experimentieren, den Weg zu bestreiten, um zu unterschiedlichen Zielen und Ergebnissen zu gelangen, oder einfach die Absicht, ein Thema, ein Sujet oder eine Idee zu variieren. Franz Part orientiert sich dabei gezielt an einer Künstlerperson: Marcel Duchamp. Für ihn ist Duchamp “ein Künstler für Künstler, in dem so viel Potential für neue künstlerische Ansätze steckt.”
(Florian Steininger, künstlerischer Direktor der Kunsthalle Krems)

Auf den Spuren Duchamps wandelt der Waldviertler Maler und Objektebauer Franz Part, dessen erster Bezug zu Marcel Duchamp auf einer Begegnung mit einem Weihnachtsbuch beruht, das er in der sechsten Klasse zu Weihnachten von der Mutter erhielt. Eine Begegnung die eine lebensprägende war. "Ich war komisch berührt."Nach Abschluss der Mittelschule besuchte die Akademie der bildenden Künste und galt unter den "Hausnerschschülern" als Exote. Ein Umstand, dem man Rudolf Hausner hoch anrechnen musste, der als Meisterschulleiter niemals künstlerisches Wollen und Ambitionen unterdrückte, sondern künstlerisches Streben erkannte, zuließ und auch protegierte. In seiner perfekten Handwerklichkeit und seinem Beharrungsvermögen ähnelt Franz Part seinem Meisterschullehrer, doch in der Auffassung trennen sie Äonen. Franz Part ist Duchampjünger. Besonders die Magie des Duchampobjektes "Das große Glas" ließ ihn nicht mehr los. Er wurde zum Pilger und besuchte all jene Wallfahrtsorte, die Marcel Duchamps Werke beheimaten: Paris, Philadelphia, New York. "Es ist immer da, aber mir ist es oft nicht bewusst" verleitet ihn zum Intentionalen, das sehr oft auf einem empfangenen Bildimpuls zurückzuführen ist. "Ich befasse mich bewusst mit dem was andere machen!" Er liebt es zu kopieren und zu verändern. Er möchte aber nicht nur anschauen, sondern vor allem machen. So fertigte er eine Reihe von Repliken von Marcel Duchamp, Man Ray, Joseph Beuys und anderen im Originalmaßstab an und eroberte damit, oft zum Leidwesen einiger neidischer Kollegen, die Gänge und Pausenräume seiner Schule. Auch führt er ein optisches Tagebuch, in dem er alle seine Bildideen, die in ihm wachsen, penibel skizziert, notiert, konzipiert und irgendwann schließlich umsetzt. Denn leicht macht er es sich nicht. "Ich mache bei jeder Gelegenheit etwas", legt sich nicht fest, und arbeitet Tag und Nacht. So fand er das Bildmaß (162 x 130 cm), das er in proportionalem Verhältnis aufbläst oder schrumpfen lässt und produziert seriell. Seine Arbeiten schreien aber nicht auf, vielmehr sind sie sperrig und still. Früher arbeitete er spontan und schnell. Heute konzipiert er, überlegt und zögerlich entstehen neue Arbeiten und Bilder entstehen nach genauem Plan. Den Umsetzungsprozess empfindet er als meditatives Prozedere, das sich bis zum Finishing verändern kann. Er verpflichtet sich zu Mutationen des selben Bildvokabulars gleich einem Spiel mit vorgegebenen Formen. Im farbigen Bereich sammelt er Farben. Besonders die Farbe Grün faszinierte ihn so sehr, dass er bei einem New York-Aufenthalt jeden Tag eine grüne Farbe kaufte, diese mit dem Original verglich, um möglichst nahe an das Grün der Duchampschen Schachspieler heranzukommen. Duchamp, so Part hat eigentlich alles gemacht, was zu machen war. Er selbst, so empfindet er, übernahm nur das künstlerische Wollen Duchamps und beschritt eigene Wege. Er meint, dass von manchen Marcel Duchamp zugrundegedacht werde und schätzt die Impulse, die vom Werk Marcel Duchamps ausgehen und geht eigene Wege. Und dies im tiefen Waldviertel, in Raabs an der Thaya.