Literaturkreis Podium
Waldviertellesung 2025
Paul Auer
Erika Wimmer Mazohl
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Samstag, 11. Oktober 2025, 19 Uhr
Literaturkreis Podium - Waldviertellesung 2025
Paul Auer / Erika Wimmer Mazohl
Erika Wimmer Mazohl, aufgewachsen in Bozen, lebt und arbeitet als Autorin in Innsbruck.
Seit 1990 Veröffentlichungen in den Bereichen Essayistik, Prosa, Hörspiel und Drama. Seit 2006 auch Lyrik-Veröffentlichungen sowie Experimente mit Bildtexten,
Fotografie und Lyrik.
Mehrere Preise und Stipendien.
Zuletzt erschienen: Das zweite Gesicht. Gedichte zu Dante-Miniaturen von Markus Vallazza. Limbus 2021; Der Berg kommt. Verfilmtes Bühnenstück. Regie Klaus Rohrmoser, 2021; Wolfs Tochter. Roman. Edition Laurin 2022;
Tückische Vögel. Kurzdrama. Regie Klaus Rohrmoser, 2025
Aus fünf Perspektiven und in unterschiedlichen Tonlagen kreist der Roman um eine zentrale Phase
im Leben der Autorin, Psychoanalytikerin und Friedensaktivistin Erika Danneberg, die 2022 ihren hundertsten Geburtstag gefeiert hätte. Im Fokus stehen der Krieg und die Nachkriegszeit, die Erika Dannebergs lebenslange antifaschistische Haltung begründeten. Reflektiert wird die Abgrenzung vom nationalsozialistischen Vater und dessen Antisemitismus wie auch das Ringen um Autonomie in ihrer Ehe mit dem Literaturvermittler Hermann Hakel, der sich als Prophet einer Generation gerierte und auf Frauen subtile Gewalt ausübte.
Lebensfreude, Sinnlichkeit und Schreiblust haben Erika Dannebergs Leben ebenso geprägt wie tiefe Krisen und die unerfüllbare Sehnsucht nach dauerhafter Zugehörigkeit. Je entschiedener sie sich von Zwängen befreite, desto tiefer wurden ihre Freundschaften, umso mehr konnte sie sich in der Literaturszene neben bedeutenden Namen wie Marlen Haushofer, Ingeborg Bachmann, Dorothea Zeemann, Walter Toman oder Hans Weigel Gehör verschaffen. In der politischen Auseinandersetzung mit patriarchalen Strukturen, mit Rassismus und sozialem Unrecht ist sie zu einer starken Stimme im Umfeld der Wiener Psychoanalyse und der linken Szene im Österreich der 1970er bis 1990er Jahre herangereift.
Erika Wimmer Mazohl liest Passagen aus dem Roman und erzählt über dieses interessante Frauenleben.
Paul Auer - Seine bisherigen Romane „Kärntner Ecke Ring“, „Fallen“ und „Mauern“ sind im Wiener Septime Verlag erschienen. Das vierte Buch, in dem sich Auer an die vermeintlich abgeschmackten aber gerade deshalb immer lohnenden Autoren-Topoi Herkunft und Familie wagt, ist derzeit im Entstehen begriffen. Passagen daraus wird
er in Zwettl lesen.
Paul Auer ist Kärntner, ein Kind des melancholischen Südens. Daher die Gleichzeitigkeit von Leichtigkeit und Schwere, von Humor und Ernsthaftigkeit in seinen bisherigen Romanen „Kärntner Ecke Ring“, „Fallen“ und „Mauern“ (allesamt im Wiener Septime Verlag erschienen), deren Essenz Peter Pisa im „Kurier“ mit „Hurra, das ist kein Spaß!“ charakterisiert hat. Sie handeln vom Monströsen der Menschenseele,
der Auseinander-Zersetzung des Individuums im Ping-Pong von Trieb und Trauma,
von dessen Verstrickung in Sinn und Unsinn des Lebens zwischen Traum und Tatsächlichkeit. Über derlei zu schreiben macht für Paul Auer die Faszination von Literatur aus.
Für seine Figuren geht es um alles, aber im Grunde nur um das Eine: gesehen zu werden in ihrer Allzu-Menschlichkeit; um nach einem Tag, einem Jahr, einem Leben voller Irrwitz, Drama und Wahnsinn, in einen See zu springen; zu schwimmen, zu plätschern und zu blödeln; sich zu denken: Ach ja, so einfach
kann es auch sein ... Und dann ist endlich gut.